Übertragung - Oft unbewusste Verstärkung bei Fehlverhalten
Geschrieben von dogitude am 25. Juni 2009 | Abgelegt unter Hundetraining, Problemverhalten
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Es gibt Situationen in denen der Mensch ein Fehlverhalten des Hundes alleine dadurch verstärken kann, indem er zum Beispiel selbst erschrickt oder unsicher bzw. nervös wird. Dies nennt man Übertragung.
Hunde sind sehr sensibel und bemerken kleinste Veränderungen in der Gemütslage ihres Menschen sofort. Es gibt unzählige Beispiele in denen durch menschliches Verhalten ein Verhalten des Hundes unbewusst verstärkt wird. Oft handelt es sich aus Sicht des Hundes um ganz normales, aus Sicht des Menschen aber um problematisches Verhalten.
Beispiel:
Auf einem Waldspaziergang mit dem Hund kommt plötzlich ein Jogger aus einem versteckten Waldweg. Der Hund erschrickt sich und bellt kurz. Dies empfindet der Jogger als Angriff und beschimpft den Halter, was er für einen gefährlichen Hund habe und dass dieser gefälligst an die Leine gehören würde! Dem Halter ist die ganze Situation unangenehm und obwohl der Hund noch nie jemanden angebellt hat, wird der Halter an dieser Stelle und anderen Kreuzungen ganz nervös, aus Angst diese Szene könnte sich wiederholen. Der Hund hätte vermutlich nicht angefangen jeden Jogger anzubellen, da dies nur einmal aus Schreck passierte. Allerdings wird der Halter nur jedes Mal an einer Kreuzung hektisch, ruft den Hund zurück, leint ihn vielleicht auch an, etc. Wenn er einen Jogger sieht passiert dasselbe und Jogger an Kreuzungen lassen den Halter ganz nervös und hektisch werden. Das Verhalten des Halters, dient nur dem Versuch die für ihn unangenehme Situation zu vermeiden und zu verhindern, dass der Hund Jogger anbellt oder schlimmeres. Allerdings sorgt er mit diesem Verhalten dafür, dass der Hund durch sein Verhalten anfängt Jogger anzukläffen. Denn jedes Mal wenn der Halter nervös wird, sagt das dem Hund, dass er nun aufpassen muss, da nun eine aufregende Situation kommt. Kommen gar Jogger wird es schlimmer. Das sagt dem Hund, dass Jogger schlimm sein müssen und man sie vertreiben muss. Leider fühlen sich viele Menschen dadurch bestätigt, dass der Hund wieder und wieder Jogger verbellt und werden immer nervöser und dadurch wiederum verstärken sie das Bellen. Diese Spirale kann so eskalieren, dass ein sehr gutmütiger Hund anfängt Jogger anzufallen und zu beißen.
An der Leine ist Übertragung ein großes Problem, da der Hund so nah beim Halter sofort die Gefühlslage des Halters mitbekommt. Selten ist Übertragung auch Ursache für eine Leinenaggression (siehe: Leinenaggression - Was ist das und was kann man tun?). Allerdings wirkt Übertragung oft verstärkend auf eine bestehende Leinenaggression. Aber auch freilaufend kann zu Problemen durch Übertragung kommen.
Was kann man gegen Übertragung tun?
Es ist eigentlich ganz einfach: Entspannen. Je entspannter der Halter, desto kleiner das Problem der Übertragung. Leider fällt es uns Menschen schwer, einfach mal eben zu entspannen, wenn wir Angst haben, dass der Hund jemanden anbellt oder beißt. Ähnlich wie bei Hunden mit Angst müssen die Ängste des Halters Schritt für Schritt abgebaut werden und das Vertrauen in den Hund gestärkt werden. Sinnvoll ist dafür ein Einzeltraining in einer Hundeschule. Der Hundetrainer kann die Situation zudem gut einschätzen und dem Halter Ursachen für das Verhalten des Hundes erklären und aufzeigen. Auch sollte der Hundetrainer erst einmal klären ob es sich wirklich um Übertragung handelt oder ob noch ein anderes Problem existiert.
1 Kommentar »
am 4. März 2011 um 23:20 1.steve schrieb …
toller blog
schöner blog, was hällst du von einer
englichen bulldog?