Letzte Rettung Schwanz? - Oder wie vermeide ich Dreck in der Wohnung?
Geschrieben von dogitude am 3. Juni 2009 | Abgelegt unter Erlebnisse
In Berlin gibt es einige Auslaufgebiete für Hunde, das Auslaufgebiet am Grunewaldsee ist eines der beliebtesten. Auf dem Weg um den See herum kommt man auch einer Stelle vorbei, die die meisten Halter wenig schätzen dafür ihre Hunde umso mehr: Eine niedrige Brücke, die über feuchte, schwarze Moraststellen führt. Genau genommen ist es die interessanteste Stelle des ganzen Auslaufgebietes. An keiner anderen kann man so viel über Hunde und deren Halter lernen. Ich könnte mich dort stundenlang aufhalten und das Spiel zwischen Hund und Halter beobachten.
Am langweiligsten sind die Hunde, die keinerlei Interesse an den Moraststellen zeigen - entweder weil sie es gelernt haben, oder weil es sie wirklich einfach nicht interessiert. Genauso wie die Halter, die ihren Hund schnell vorher noch anleinen und mit mehr oder weniger Gezerre schnell diese Brücke passieren.
Dann wären da die “Outdoortypen”, denen egal ist, wie der Hund danach aussieht, solange er aktiv ist und Spaß hat. Sie animieren ihn sogar dazu von der Brücke in den Morast zu springen und wieder zurück. Da sie meistens noch eine Weile unterwegs sind, haben die Hunde die Möglichkeit sich sauber zu schwimmen bzw. sauber zu laufen. Selbst wenn der Hund am Auto noch voller Dreck sein sollte, ist das kein Drama. Es macht Spaß diesen entspannten Haltern und freudigen Hunden zuzusehen.
Amüsant für den Betrachter sind die Hundehalter, die krampfhaft versuchen ihren nicht angeleinten Hund bei sich zu behalten. Panische Rufe und autoritäre Verbote hallen über den See und es werden Leckerlies hervorgeholt, Arme geschwenkt, sowie Halsbänder ergriffen. Kurzum alles was nötig ist, um den Hund davon abzuhalten, in den Morast zu springen.
Jedoch konnte ich neulich etwas beobachten, dass nicht unbedingt als amüsant zu bezeichnen ist. Eine Hundehalterin mit einem eher schweren Hund (Labrador oder Labrador-Mix) war schon total verzweifelt, da es ihr nicht gelang ihren Hund zu sich zu rufen und sie ihn in Gedanken schon in den Morast springen sah. Einfallsreiche Hundehalter sind an dieser Stelle nichts Besonderes. Aber die Methode, die sie in ihrer Verzweiflung wählte, ist nicht empfehlenswert. Als der Hund schon absprungbereit am Brückenrand stand und begann sich runterzulehnen um zu springen, griff sie ihn am Schwanz und zog. Es dauerte eine Weile bis sie den Hund, dessen Schwerpunkt schon mehr unter als auf der Brücke war, wieder zurückgezogen hatte. Man sollte denken sie hätte daraus gelernt und würde den Hund, wenn er nicht unter Kontrolle zu bringen ist, anleinen, aber keine drei Meter später wiederholte sich diese Szene. Kurz vor dem Absprung des Hundes griff sie wieder zu.
Ein Hundeschwanz ist empfindlich und kann durch so großen Zug eventuell schwer verletzt und sogar dauerhaft geschädigt werden. Von den Schmerzen für den Hund ganz zu schweigen. Es mag sein, dass die Hundehalterin in dem Moment einfach nicht daran dachte, was sie ihrem Hund damit antun könnte. Doch sollte man als verantwortungsvoller Hundehalter nicht immer nur Methoden wählen die dem Hund keinen Schaden zufügen und selbst im Stress immer die Auswirkungen im Kopf haben, die das Handeln für den Hund haben kann?
Vielleicht hätte jemand, der so viel Angst vor einem dreckigen Hund hat, sich doch lieber für eine Katze entscheiden sollen. Meine Empfehlung für diese Halterin: Eine gute Hundeschule oder einen guten Hundetrainer suchen, damit sie den Hund das nächste Mal abrufen kann oder nur angeleint über die Brücke gehen!
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