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Leishmaniose - Was ist das eigentlich?

Geschrieben von dogitude am 18. Juni 2009 | Abgelegt unter Krankheiten, Medizinisches, Parasiten

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Allgemeines

Leishmaniose ist eine Erkrankung, die von Einzellern der Gattung Leishmania - auch Leishmanien genannt - hervorgerufen wird. Alle Arten und Unterarten von Leishmanien leben und vermehren sich auf Kosten anderer Lebewesen, daher werden Leishmanien zu den Parasiten gezählt, genauer gesagt zu den Endoparasiten, da sie sich im inneren des Körpers anderer Lebewesen befinden. Die befallenen Lebewesen werden als Wirte bezeichnet.

Leishmanien machen einen so genannten Entwicklungszyklus durch (ein sich wiederholender Kreislauf ohne Anfang und Ende) in dessen Verlauf sie verschiedene Stadien durchlaufen. Diese Stadien unterscheiden sich in Form und Funktion voneinander. Es gibt z.B. infektiöse Stadien (Stadien, die übertragen werden und die Krankheit auslösen) und welche, die sich teilen und damit der Vermehrung dienen. Bei den Leishmanien ist der Wirtswechsel obligatorisch, das heißt ohne ihn kann der Entwicklungszyklus nicht fortlaufen.

Wirte

Bei den Leishmanien findet der Wirtswechsel zwischen Nematoceren der Familie Psychodidae (Sand- oder Schmetterlingsmücken) und Wirbeltieren statt. Da Leishmanien meist nicht auf einen bestimmten Säugetierwirt angewiesen sind, handelt es sich bei vielen Leishmanien-Arten um Erreger von Zoonosen (vom Tier auf den Menschen übertragbare Krankheiten).Die Sandmücken gelten als Vektor: Sie übertragen die Krankheit ohne selbst zu erkranken. Allerdings kann es durch den Befall mit Leishmanien (im Vorderdarm) zu einer Störung des Saugmechanismus kommen. Betroffene Sandmücken müssen mehrfach stechen, um Blut aufzunehmen, dabei gelangen jedes Mal Leishmanien in die Wunde. Dies erhöht die Übertragungseffizienz.

Der Entwicklungszyklus der Leishmanien

Die Weibchen der Sandmücken stechen Säugetiere und erbrechen dabei Darminhalt in die Stichwunde. Hat das Weibchen vor einer Weile ein Säugetier mit Leishmaniose gestochen, ist der Darminhalt mit Leishmanien kontaminiert. So gelangen durch den Stich Leishmanien im so genannten promastigoten Stadium (der Name bezieht sich auf den Sitz der Geißel bei diesem Stadium) in den Säugetierwirt. Diese Stadien werden im Hautbereich von Makrophagen (Fresszellen des Körpers) aufgenommen. Die Leishmanien wandeln sich in den Makrophagen zur amastigoten Form (ohne Geißel) um. Diese Stadien vermehren sich durch Zweiteilung bis die Makrophage (Wirtszelle) platzt. Die so frei gewordenen amastigoten Leishmanienstadien befallen umliegende Makrophagen und können auch über Lymphbahnen in die Blutzirkulation gelangen, wo sie Makrophagen der inneren Organe (wie Leber, Lunge, Milz) und dem Knochenmark befallen. Durch den Stich einer Sandmücke werden über aufgesogenes Blut die amastigoten Stadien aufgenommen. Im Darm der Sandmücke wandeln sie sich wieder in promastigote Stadien um, die sich mit der Geißel an die Darmwand heften. Auch hier findet eine Vermehrung (durch Längsteilung) statt. Von der Aufnahme der Leishmanien bis zur Vermehrung und Reifung zu infektiösen Stadien vergehen meist nur 5 Tage. Das heißt: Eine Sandmücke, die ein infiziertes Lebewesen gestochen hat, kann nur 5 Tage später andere Säugetiere infizieren.

Krankheitsverlauf

Je nach befallenen Organen wird zwischen 2 Formen der Leishmaniose unterschieden:

  • Hautleishmaniose, Schleimhautleishmaniose
  • Eingeweide- oder Viszerale Leishmaniose (Kala-Azar, Dum-Dum-Fieber)

Hautleishmaniose, Schleimhautleishmaniose

Die Inkubationszeit beträgt wenige Wochen oder Monate, selten auch 1-2 Jahre. Symptome sind kleine Papeln/Knötchen, wie mehr oder minder große Läsionen der betroffenen Hautbereiche. Durch bakterielle Sekundärinfektionen kann es zu Komplikationen kommen. Bei einigen Leishmaniosearten kann es zu spontanen Heilungen mit anschließender lebenslanger Immunität kommen. Während dies bei anderen Arten nicht beobachtet wurde. Neuerdings häufen sich die Anzeichen dafür, dass es nach einem Hautbefall auch zu einer Eingeweideleishmaniose kommen kann.

Eingeweide- oder Viszerale Leishmaniose (Kala-Azar, Dum-Dum-Fieber)

Die Inkubationszeit beträgt 2-18 Wochen. Symptome sind Fieber von 39-40°C ohne Schüttelfrost, das bis zu 6 Wochen andauern kann, sowie äußerliche schwarze Hautpigmentierungen. Die chronische Phase kann zwischen ½ und 3 Jahren gehen. Unbehandelt führt diese Form von Leishmaniose zum Tode.

Bei allen Leishmaniose-Arten, die den Menschen infizieren können, sind auch andere Wirte bekannt. Bei der Hautleishmaniose sind das meist Nager und bei der Viszeralen Leishmaniose Hunde.

Leishmaniose bei Hunden

Hunde können sowohl Haut- als auch Eingeweidesymptome zeigen:

  • Haut: Schuppen an Ohrmuscheln, Nasenrücken, Lidrändern
  • Eingeweide: Milz- und Leberschwellung, vergrößerte Lymphknoten
  • weiterhin: Abmagerung, Anämie, lokomotorische Störungen, Hinken, Stimmverlust.

Auch hier führt die chronische Erkrankung in den meisten Fällen zum Tod.

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Quellen:

  • Mehlhorn, H., Piekarski, G. (2002) Grundriss der Parasitenkunde. Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg.
  • Lucius, R., Loos-Frank, B. (1997) Parasitologie - Grundlagen für Biologen, Mediziner und Veterinärmediziner.  Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg.

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