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“Leinenaggression” von Clarissa v. Reinhardt - Leider nur ein viel versprechender Titel

Geschrieben von dogitude am 19. Mai 2009 | Abgelegt unter Bücher

Das Buch von Clarissa v. Reinhardt titelt: “Leinenaggression - mit ausführlichem Kapitel über Leinenführigkeit”. Auf den ersten 14 Seiten geht es um die Entstehung von Leinenaggression und Definitionen inklusive Fallbeispielen. Daraufhin folgen 31 Seiten die sich mit der Leinenführigkeit beschäftigen, geeigneten und ungeeigneten Hilfsmitteln (auch in Bezug auf Leinenaggression), dem Training und häufigen Fragen. Auf weiteren 12 Seiten werden dann 2 Trainingsvarianten beschrieben, mit denen man eine Leinenaggression in den Griff bekommen kann, gefolgt von 3 Seiten mit häufigen Fragen und ganz am Ende gibt es noch ein paar abschließende Gedanken der Autorin. Alles in allem finden wir ca. 29 Seiten die sich mehr oder weniger mit der Leinenaggression beschäftigen und 31 die sich mit dem Leinentraining befassen.
Jedem dürfte klar sein, dass man eine Leinenaggression nicht beheben kann, wenn der Hund nicht Leinenführig ist. Allerdings hinterlässt es einen schalen Beigeschmack, wenn ein Buch mit dem Titel Leinenaggression sich überwiegend mit Leinentraining beschäftigt. Man denke an Halter, deren Hund bereits Leinenführig ist oder die bereits mehrere Bücher über Leinenführigkeit besitzen, diese bezahlen etwas mit, was sie vielleicht nicht brauchen. Es geht nicht darum, dass es auch um Leinenführigkeit geht, das ist in einem Buch über Leinenaggression durchaus angebracht. Nur sind die Relationen mit so einem Titel nicht angemessen.

Abgesehen von dem Fehlgriff bei der Titelauswahl könnte auch der Inhalt an einigen Punkten neutraler sein. Clarissa von Reinhardt bemüht sich dem Leser ihre Trainingsmethoden näher zu bringen. Sie erklärt ihre Meinung und begründet die Wahl der Mittel. Anhänger ihrer Philosophie finden hier gute Beschreibungen und Erklärungen. Allerdings lässt sie wenig Gelegenheit aus, sich über andere Trainer und ihre Methoden auszulassen. Zwar ist das nie sehr deutlich und es werden nie Namen genannten, aber es wird dem Leser schnell klar was sie von anderen Hundetrainern hält.
Das Hundetrainer oft unterschiedlicher Meinung sind ist eine Sache, aber das in einem Buch teilweise so deutlich in den Vordergrund zu stellen wirkt einfach nur unprofessionell.

Alles in allem bleibt zu sagen, dass aufgrund des Titels der missverständlich ist und der nicht zu überlesenden Seitenhiebe das Buch leider nicht hält, was der Titel verspricht.

Unabhängig davon sollten Probleme wie Leinenaggression immer in Zusammenarbeit mit einer fachkundigen Stelle wie einer Hundeschule behoben werden, da man als Laie so etwas ganz schnell ungewollt verschlimmern kann.

Ein Kommentar zu ““Leinenaggression” von Clarissa v. Reinhardt - Leider nur ein viel versprechender Titel”

  1. am 11. Mai 2011 um 10:32 1.Sabrina Marx schrieb …

    Ich habe mir das Buch gekauft, um etwas über Leinenaggressionen zu lernen und wie ich dem Problem begegnen kann.

    Leider ist das Buch auch meiner Meinung nach am Thema vorbei. Es wird auf die Leinenführigkeit eingegangen und ein riesen Kapitel über nicht- geeignete Hilfsmittel, besonders über das Sprühhalsband. Das sind auch wichtige Themen und gehören sicherlich dazu, aber das Thema Leinenaggressionen wird nur so kurz behandelt, dass der Buchtitel nicht zum Inhalt passt.

    Es ist langweilig, verfehlt das Thema und kann auch von mir nicht empfohlen werden!

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